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Dos und Dont's auf dem Messestand - So vermeiden Sie fatale Fehler

Jedes Mal, wenn ich eine Messe besuche, fallen mir so einige Fehler auf, die das Standpersonal macht. Fehler bei der Präsentation der Produkte, Fehler bei der Kleidung und Fehler beim Benehmen.

Und jedes Mal habe ich mir gedacht: „Schreib mal einen Knigge für den perfekten Messeauftritt“. Dies ist dann jedes Mal daran gescheitert, dass ich müde wieder zuhause angekommen bin und diese Aufgabe auf den nächsten Tag verschoben habe. Am nächsten Tag war aber mal wieder Teufel los, und es war unmöglich auch noch einen Blog zu schreiben. Und dann geriet es in Vergessenheit. Wie es halt so läuft.

Vor kurzem habe ich die BOOT in Düsseldorf besucht. Und wieder hat mein geübtes Auge so manchen Fauxpas beobachtet.

Und dieses Mal schrieb ich diesen Messeknigge. Und zwar sofort. Im Auto auf dem Nachhauseweg - selbstverständlich als Beifahrerin - mit dem Laptop auf den Knien, denn jetzt waren meine Eindrücke noch frisch.

Hier also die schlimmsten Fehler, die ich entdeckt habe. Fehler, die immer wieder auf jeder Messe gemacht werden.

Dieses fehlerhafte Verhalten hat eine katastrophale Außenwirkung. Schließlich gestalten Firmen einen Stand auf der Messe, weil sie ihr Unternehmen und die Produkte und Dienstleistungen gewinnbringend vorstellen möchten. Dafür investieren sie viel Geld und Zeit. Das Team auf dem Messestand repräsentiert das Unternehmen. Und was passiert? So mancher Angestellter präsentiert sich beim Standdienst uninspiriert, gelangweilt, unaufmerksam und sogar ungepflegt und schlecht gekleidet. Und so mancher Stand macht einen schlampigen Eindruck. Ein Desaster.

Natürlich habe ich auch sehr professionelle Messestände mit offensichtlich gut geschultem und positiv eingestelltem Personal entdeckt. Hier passte der Eindruck schon aus der Ferne und bestätigte sich bei näherem Hinsehen und in den Gesprächen. Sie sehen, es lohnt sich also, sich sehr gut auf eine Messe vorzubereiten.

Ich habe lange überlegt, wie Sie aus diesem Blog die besten Schlüsse ziehen können, und habe mich für eine Gegenüberstellung von richtig und falsch entschieden. 

Hier also die Dos und Donts auf dem Messestand:

1.   Schlecht gekleidet und falsch gestylt auf dem Messestand 

Ich war heute auf der Bootsmesse. Da kann es gerne etwas legerer zugehen. Aber heute habe ich innerlich ein paar Mal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

Männer mit heraushängenden, zerknitterten Hemden und Turnschuhen. Frauen ebenfalls mit heraushängenden und zerknitterten Blusen. Hosen mit großen Nieten auf der Seite der Hosenbeine, Laufmaschen in der Strumpfhose, abgewetzte Schuhe und viel zu kurze Röcke, zum Teil kombiniert mit Overkneestiefeln.

Auch wurde teilweise entschieden zuviel Haut gezeigt. Manchmal war man gar nicht ganz sicher, welches Thema die Messe hatte.

Stiefel zu Röcken, Nieten und Miniröcke gehen im Business gar nicht. Nehmen Sie auch immer Ersatzstrumpfhosen mit, damit Sie für Notfälle gewappnet sind.

Sehr „schön“ ist es auch, wenn die Herren bei den Hemden mehr als einen Knopf geöffnet lassen. Das habe ich selbst schon erlebt. Ich wurde von einem netten, jungen Mann beraten, der sein Hemd so weit offen hatte, dass ich sein üppiges Brusthaar gut sehen konnte. Ich fragte mich: "Soll ich ihn kraulen?" So etwas ist ein absolutes No go!

Ein Dresscode für Messeteams fehlte häufig

Insgesamt konnte ich an vielen Ständen keine klare Kleidungslinie feststellen. Da standen fünf Ansprechpartner, und jeder war anders gekleidet. Einer trug Jeans und T-Shirt, der andere Anzug und Krawatte. Auch farblich fehlte die Abstimmung. 

Auch das Styling lässt teilweise zu wünschen übrig. Ich habe heute wieder viele Damen auf dem Messestand gesehen, die viel zu stark geschminkt waren. Knallrote Lippen, Smokey Eyes, zu dunkle Tönung der Haut und zuviel Rouge waren sehr oft zu sehen. Zu grelle Schminke gehört in die Disco nicht auf den Messestand. 

Das gleiche gilt für die Nägel. Viele Damen haben mit sehr langen, Nägeln in blau, grün, schwarz oder bunt bemalt mit Steinchen geglänzt. 

Die Krönung war eine Dame mit sehr langem, offenem Haar, die ihre Haare auf beiden Seiten immer wieder über die Schulter nach hinten geworfen hat, währen sie im Kundengespräch war. Da musste man schon einen gehörigen Sicherheitsabstand halten, dass man die Haare nicht voll ins Gesicht bekommen hat. Was macht das denn für einen Eindruck? 

Und so mancher Mann hatte scheinbar seinen Kamm zuhause vergessen. 

Namensschilder und Akkreditierung

Nahezu alle Messemitarbeiter tragen Namensschilder. Das ist eine gute Sache, denn so können sie gleich als Ansprechpartner erkannt werden und auch mit Namen angesprochen werden.

Leider sind die Etiketten oft so klein beschriftet, dass man schon sehr nahe rangehen müsste, um den Namen lesen zu können. Und dies widerspricht gutem Benehmen, denn der Distanzabstand muss gewahrt werden.

Zwischenzeitlich ist es in Mode gekommen, einfach die Akkreditierung - bunt bedruckte Lanyards mit laminiertem Etikett - um den Hals zu hängen. Dies sieht erstens albern aus (vor allem, wenn Krawatte und Anzug getragen wird) und zweitens kann auch dort der Name nicht gut gelesen werden.

 

Je nach Messethema, wie z. B. eine Freizeitmesse, können Sie casual auftreten. Das bedeutet, es gehen auch dunkle, durchgefärbte Jeans oder Chinos. Dazu ein Hemd oder eine Bluse in den Hosenbund gesteckt.

Auch Polohemden in einer guten Qualität, bei denen die Kragen stabil in Form bleiben, sind geeignet. Zum Polo aber bitte kein Sakko tragen. Sehr schön sind Hemden und Polos mit aufgesticktem Firmennamen.

Die Schuhe können schöne Sneakers oder Lederschnürschuhe für die Männer sein. Auch die Frauen können hübsche Sneakers tragen (denken Sie an Ihre Füße, denn Sie müssen den ganzen Tag stehen) oder schlichte Pumps.

Wenn es edler zugehen soll, sind zumindest Anzug und Hemd für die Männer und Kostüm oder Hosenanzug und Bluse für die Frauen angesagt. Und alles in den gleichen Farben. Zum perfekten Outfit gehört ein Gürtel in der gleichen Farbe wie die Schuhe. Auf eine Krawatte kann verzichtet werden, wenn der Auftritt etwas legerer ausfallen soll. Wenn Sie eine Krawatte tragen, muss sie richtig gebunden sein: Die Krawattenspitze reicht bis zur oberen Kante der Gürtelschnalle. Und der oberste Hemdknopf ist immer geschlossen.

Wenn Sie ein Sakko beziehungsweise einen Blazer tragen, muss immer mindestens ein Knopf geschlossen sein. Das sieht ordentlicher und „angezogener“ aus.

Einheitlich gekleidet geben Sie ein stimmiges Bild ab

Es macht einen eigenartigen Eindruck, wenn das sich das Standpersonal unterschiedlich kleidet. Viel besser ist es, wenn im Vorfeld festgelegt wird, welche Farben und welcher Stil getragen werden sollen. Bekommen Sie die Vorgaben nicht von oben, besprechen Sie sich mit Ihren Kollegen. Diese Eigeninitiative kommt sicher gut an. Sogar bei den Schuhen ist auf die gleiche Farbe zu achten. 

Der Vorteil für die Messebesucher liegt klar auf der Hand: Sie können sofort identifizieren, an wen sie sich mit Fragen wenden können.

Im Business gilt generell, dass Make-up erwünscht ist. Dieses Make-up soll jedoch dezent sein und professionell aufgetragen sein. Also helle Töne und Kajal bevorzugen. Auch der Farbton des Make-ups muss sich der Hautfarbe anpassen. 

Die Fingernägel sollen nicht zu lang sein und dürfen mit dezenten Farben lackiert werden. Auf Muster und Schmucksteinchen besser verzichten.

Langes Haar soll zumindest lose zusammengebunden werden. So vermeiden Sie auch, dass sie gedankenverloren mit einer Haarsträne spielen. Dies wirkt wenig professionell.

Namensschilder und Akkreditierung

Achten Sie darauf, dass die Namensschildern groß und dick beschriftet werden. Außerdem sollte da nur der Name stehen (lenkt nur ab und ist sowieso nicht zu erkenenn). Am besten Namensschilder mit Klemme oder Magneten verwenden, damit Ihre Kleidung nicht durch die Nadeln beschädigt wird.

Die Akkreditierung nur umhängen, wenn man den Stand verlässt. Bei der Rückkehr das Lanyard wieder im Personalbereich verstauen.

 

2. Schlamperei auf dem Messestand

Heute habe ich wieder auf vielen Ständen benutzte Tassen auf den Tischen und dem Tresen gesehen. Niemand fühlte sich dafür zuständig, sie aufzuräumen.

Auch Krümel von Keksen und Essensreste konnte ich auf den Besprechungstischen bestaunen. Sogar die Reste eines Apfels habe ich in der Auslage entdeckt. Natürlich ist es ein unmögliches Verhalten des Messebesuchers, der seinen klebrigen Müll einfach in der Auslage ablegt. Dennoch ist es die Aufgabe vom aufmerksamen Standpersonal so etwas zu sehen und auch zu beseitigen.

Auf manchem Stand suchte man vergeblich Infomaterial. Es war offensichtlich vergriffen.

An anderen Ständen wiederum lag das Infomaterial stapelweise rum. Auf dem Tresen, an den Besprechungstischen, auf den Ausstellungstischen, einfach überall. Das ist dann wieder zuviel des Guten. 

 

Standpersonal und Messestand sind das Aushängeschild für das Unternehmen. Deshalb ist peinlich darauf zu achten, dass sich der Stand immer in einem tadellosen Zustand befindet.

Bei großen Andrang geht auch mal das Infomaterial aus. Hier muss ebenfalls das Standpersonal die Prospektständer regelmäßig auffüllen. Auch dies gehört zu einem guten Gesamteindruck.

Grundsätzlich gilt: Tische und Tresen müssen immer sauber und aufgeräumt sein. Welcher Interessent hat schon Lust, sich zur Besprechung an einen klebrigen, verschmutzen Tisch zu setzen, auf dem zur Krönung auch noch das benutzte Geschirr der Vorgänger steht? Er wird sich außerdem fragen, ob es in der Firma ebenso unordentlich zugeht und vermutlich von einem Auftrag Abstand nehmen.

3. Schlechtes Benehmen des Standpersonals

Gelangweiltes Herumstehen oder angeregte Unterhaltungen zwischen dem Standpersonal habe ich an vielen Ständen beobachtet. Wenn man schon von weitem an der Körperhaltung und der Mimik des Standpersonals erkennen kann, dass kein großes Engagement zu erwarten sein wird, lässt man einen Besuch dort lieber bleiben. Verschränkte Arme, Hände in der Hosentasche und herabhängende Mundwinkel wirken wenig einladend.

Selbst als ich aktiv versuchte, Informationen zu Produkten an einem Stand zu erhalten, musste ich länger warten bis die Angestellten ihre Privatgespräche beendet hatten. Höflich, wie ich bin, habe ich zunächst Abstand gehalten, bin dann immer etwas näher gerückt und habe versucht, Aufmerksamkeit zu erregen. Keine Chance! Ein dritter Angestellter, der tatsächlich im Kundengespräch war, musste eingreifen und seine Kolleginnen bitten, sich um mich zu kümmern.

An einem Stand saßen zwei junge Herren. Der eine aß hingebungsvoll eine Banane, der andere „daddelte“ auf seinem Smartphone rum. An diesem Stand war gar nichts los. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Kurz vor Ende des Messetages wurde es dann ganz leger. Da standen dann auf dem einen oder anderen Messestand die Kollegen mit Bierflaschen in der Hand gut sichtbar mitten drin und hatten schon eine sehr gelöste Stimmung.

 

Zeigen Sie stets, dass Sie Freude an Ihrem Einsatz auf der Messe haben. Dies bewirkt schon ein nettes Lächeln und aufmerksames Verhalten. Gehen Sie auf die Besucher zu, fragen Sie, ob Sie helfen können. Sind Sie beschäftigt, zeigen Sie zumindest durch Blickkontakt und ein Kopfnicken, dass Sie gleich für ein Gespräch zur Verfügung stehen.

Wenn Sie Hunger haben, gehen Sie in den Personalbereich zum Essen oder machen Sie eine Pause und gehen Sie in die entsprechenden Aufenthaltsbereiche. Bei guter Planung hat jeder seine Pausen.

Führen Sie keine lauten und ausführliche Privatgespräche. Stehen Sie nie zu mehreren zusammen und unterhalten Sie sich. Das hält so manchen Besucher ab, sich an Ihrem Stand zu informieren. Wenn Sie keine Gesprächspartner haben, beschäftigen Sie sich mit der Warenpräsentation, räumen Sie den Stand auf oder gehen Sie sich frisch machen. So ist immer alles ordentlich, sauber und ansprechend.

Selbstverständlich ist Ihnen ein Feierabendbier gegönnt, wenn Sie nach Messeschluss unter sich. Bitte auf jeden Fall den Stand mitsamt den Flaschen aufräumen, bevor Sie in den wohlverdienten Feierabend gehen.